Raum- und Europakonzepte in Imperialismustheorien

Authors

  • Ulrich Best Bereich Europastudien, Technische Universität Chemnitz

DOI:

https://doi.org/10.14288/acme.v7i3.815

Abstract

Dieser Artikel versucht, einige Ansätze aufzuzeigen, die zu einer kritischen Geographie Europas beitragen können. Dabei werden zum einen Imperialismustheorien auf ihre Raumkonzepte hin untersucht, zum anderen die Rolle der Europäischen Union (EU) oder von Europakonzepten in diesen Theorien diskutiert. Dem Artikel liegt ein Vergleich des klassischen Imperialismus des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts mit dem zeitgenössischen zugrunde. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Europakonzepte kritisch diskutiert, vor allem im Zusammenhang mit Imperialismustheorien, die die Idee einer europäischen Vereinigung vor dem Hintergrund globaler Verhältnisse analysierten. In den Theorien selbst wurde Imperialismus als flexible Strategie des Kapitalismus aufgefasst, wobei die politische Geographie meist auf Grundlage der Nationalstaaten und als eher stabil gedacht wurde. Ideen zur Vereinigung Europas wurden von den kritischeren Teilnehmern der Debatte abgelehnt, weil sie die Ungleichheitsverhältnisse festschrieben. Im Vergleich dazu wird in den aktuellen Konzepten von David Harvey, Michael Hardt und Antonio Negri und dem Europakonzept von Ulrich Beck und Edgar Grande auch das staatliche Territorium als flexibel analysiert, wobei die drei Ansätze sich in ihrer Einschätzung der EU grundlegend unterscheiden. Dabei treten verschiedene Funktionen von Wissenschaft zutage: als Möglichkeit der Legitimation bestehender Machtverhältnisse, als fundamentale Kritik daran oder als Kritik verbunden mit einer Akzeptanz der beschränkten Möglichkeiten.

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How to Cite

Best, U. (2015). Raum- und Europakonzepte in Imperialismustheorien. ACME: An International Journal for Critical Geographies, 7(3), 457–481. https://doi.org/10.14288/acme.v7i3.815